19.06.2011

„CDU-Bildungspolitik auf dem Weg in die Profillosigkeit“


14.06.2011

„CDU-Bildungspolitik auf dem Weg in die Profillosigkeit“
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, sieht die Bildungspolitik der CDU programmatisch und personell immer mehr auf dem Weg in die Profillosigkeit. Zur Ankündigung der CDU, man wolle Haupt- und Realschule zukünftig zu einer Oberschule zusammenlegen, sagte Kraus:
„Die Zweigliedrigkeit des Schulwesens ist ein Irrweg. Zum einen wird auf diesem Wege das Profil einer der erfolgreichsten und beliebtesten Schulformen, nämlich der Realschule, verwässert. Zum anderen wird die Oberschule keineswegs den Belangen und den Förderbedürfnissen der bisherigen Hauptschüler gerecht.
Seltsam mutet an der neuen CDU-Programmatik auch an, dass zukünftig offenbar alle Schulformen zu einer Studierberechtigung führen sollen. Mit dieser Zielsetzung diskreditiert die CDU alle älteren und jüngeren Menschen, die ihren Weg in Beruf und Gesellschaft über eine solide berufliche Bildung machen. Dies wird auch dazu führen, dass sich Studierberechtigung und Studierbefähigung immer noch mehr voneinander entfernen.“
Kraus zweifelt darüber hinaus am konkreten bildungspolitischen Gestaltungswillen der CDU. Wörtlich kritisierte er: „Eine CDU, die plakativ den Föderalismus hochhält und in sieben der deutschen Länder den Regierungschef stellt, die aber nur in zwei dieser Länder das Amt des Schulministers besetzt, hat sich bereits vor Jahren aus der Schulpolitik verabschiedet. Damit herrscht hier wie in manch anderen Politikbereichen in der CDU die blanke Beliebigkeit.“



 

 


Josef Kraus,
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes

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Für den Inhalt verantwortlich:
Karin Ullrich, Anne Schirrmacher (DL)