24.06.2012

Hohe Auszeichnung für Professor Hans Maier

Für den Politikwissenschaftler als Datum angemessen, für den ehemaligen Ressortchef für Unterricht und Kultus im gediegenen Rahmen, für die junge Generation ein Markstein und Vorbild: Aus Anlaß der 150  Jahrfeier der Erstaufführung der Bayernhymne im Rahmen einer Verfassungsfeier nahm Professor Dr. Hans Maier, einer der Gründungsväter des Bundes Freiheit der Wissenschaft (1970), den Großen Preis der Bayerischen Volksstiftung / Bayerische Einigung e.V. am 24. Mai 2012 im Herbert Burda-Saal der Israelitischen Kultusgemeinde München entgegen.

Barbara Stamm, die Präsidentin des Bayerischen Landtags, führte zur Begründung aus:
„Hans Maier hat durch sein enormes wissenschaftliches Werk und in seinem politischen Wirken den Kulturstaatsgedanken der Bayerischen Verfassung in besonderer Weise verwirklicht. Getragen war sein Wirken in Wissenschaft und Politik stets von unbeugsamer Aufrichtigkeit, Standhaftigkeit und Integrität. Er ist damit ein besonderes Vorbild für nachfolgende Generationen von Wissenschaftlern und politisch verantwortlich handelnden Persönlichkeiten. Professor Dr. Hans Maier hat sich um das Ansehen Bayerns in Europa und in der Welt in hohem Maße verdient gemacht.“
 
Die Übergabe der Urkunde: Hans Maier mit Dr. Florian Besold (li) und Alois Glück (re)

Neben Grußworten von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Florian Besold, dem Präsidenten der Bayer. Volksstiftung, Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus trat Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Landtagspräsident a.D. als Laudator auf.
 
Hans Maier: Grundsatzrede über das „Unvollendete Europa“
 
Mit einer Grundsatzrede über das „Unvollendete Europa“ bedankte sich der Geehrte. Europa, von der christlichen Tradition wesentlich geprägt, jedoch in Konfessionen gespalten, bilde eine Zivilisationsgesellschaft als Schicksalsgemeinschaft, verbunden durch eine Kultur des Rechts. Hans Maier fragt nach der Zukunft des „unvollendeten Europa“: „Gibt es eine Selbsteuropäisierung der Europäer – oder wird die europäische Kultur zum Gegenentwurf einer globalisierten Welt? – Lernt Europa aus der Geschichte?“ Hier weist er auf das Erfahrungslernen aus einer gemeinsamen Geschichte und einer gemeinsamen Bildungstradition hin – nach 1989/90 unter den Bedingungen der Religionsfreiheit.
 
Der Regionalvertreter des Bundes Freiheit der Wissenschaft für Bayern hat bei dieser Gelegenheit seinem früheren obersten Dienstherrn gratuliert und für dessen Lebenswerk ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ ausgesprochen.
 
Willi Eisele, OStD i.R.
 
Fotos: Lena Semmelroggen (*1982, Göttingen/München – www.smashingsnapshots.com)