05.02.2011

Ein Zwischenruf

Was soll der Lehrer sagen? „Ja, ich bin für die Gemeinschaftsschule, obwohl ihre Einführung durch Tricks vorgenommen wird, deren Übereinstimmung mit der Verfassung zu Recht zumindest in Frage steht.“ „Ja, mir ist es gleichgültig, ob meine gut funktionierende Schule, um deren Profil und guten Ruf ich mich leidenschaftlich bemüht habe,  durch Verschmelzung verschwindet“. „Nein, ich habe keine Bedenken, dass schon in Klasse 5 alle Schüler nach gymnasialen Standards unterrichtet werden sollen, auch diejenigen, die anders begabt sind.“

 
Darf der Lehrer hierzu Fragen nicht mehr stellen? Ist dies nur kritisch und nicht konstruktiv?

Darf der Lehrer sich zu schulpolitischen Grundsatzfragen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, nicht äußern? „Tut mir leid. Ich bin Lehrer. Erwarten Sie von mir keine Stellungnahme zu Schulfragen!“

Das scheint die Meinung einiger Behörden zu sein. Presseberichte darüber haben allem Anschein nach ein fundamentum in re.

Allenthalben will man den mündigen Bürger. Lehrern, die ihren Mund aufmachen, erkennt man dieses Attribut wohl ab. Mündige Lehrer werden mundtot gemacht.

Und das geschieht am grünen Holze.

Winfried Holzapfel