09.01.2010

Neujahrsempfang der NRW-CDU

Wittke: Umfassender Diskussionsprozess zur Schulpolitik

Jenseits der Diskussion um Strukturen müßten Wittke zufolge Bildungs- und  Erziehungsauftrag von Schule stärker in den Vordergrund der schulpolitischen Diskussion rücken.

Die neuen Leitsätze, die die Parteispitze formulieren und vortragen wolle, würden nach ausführlichem Diskussionsprozeß, auch mit Bildungsverbänden, auf dem Parteitag zur Schulpolitik am 12. März dieses Jahres einer Beschlußfassung zugeführt. Wittke erinnerte daran, daß es schon vorbereitend Regionalkonferenzen und eine Konferenz der Landtagsfraktion zum Thema gegeben habe. Er schloß diesen Teil seiner Einführungsrede mit einem Appell zur Gemeinsamkeit und dem Versprechen, viele Organisationen in den Diskussionsprozeß einzubeziehen.
 
In seiner Neujahrsansprache bezeichnete auch der neue Landesvorsitzende der CDU, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, die Schul- und Bildungspolitik als wichtigstes Thema der Landespolitik. Diese Prioritätensetzung überraschte insofern, als doch die Verschuldungsstrategie der neuen Landesregierung mit ihren wahrscheinlich verheerenden Folgen, die schärfsten Attacken zu verdienen scheint. Umso mehr unterstreicht die Prioritätensetzung Röttgens den Ernst und die Leidenschaft, mit der sich die neue CDU-Führung offenbar der Schulpolitik widmen will.

Einen ähnlich hohen Stellenwert hatte allerdings die Schulpolitik auch unter der Regierung von Jürgen Rüttgers, der klaren Kurs im Hinblick auf ein leistungsorientiertes und begabungsgerechtes Schulsystem hielt. Um so neugieriger darf man auf die „Neujustierung“ sein, die sich die CDU an dieser Stelle einfallen lassen wird.
 


 



Röttgen: Schulpolitik „aus dem christlichen Menschenbild“

Norbert Röttgen jedenfalls versprach eine Schul- und Bildungspolitik „aus dem christlichen Menschenbild“.

Er meinte, das „Einheitsschulformat“ werde dem Einzelnen nicht gerecht. Eine Differenzierung nach Schulformen komme der Individualität der jungen Menschen eher entgegen. Nicht der Schüler habe den Schulideologen zu gefallen, sondern die Schulideologen den Menschen. Die Institutionen seien für den Menschen da, nicht umgekehrt.

Nach diesen Grundsätzen werde die Schulpolitik ein „Profilthema der CDU“.